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Herdenhaltung, ja!? Aber wie?

15. Juni 2022

Das Zuhause unserer Pferde sollte so gestaltet sein, dass sich unser Pferd wohlfühlt und gesund bleibt. Oder?

Oft sind wir Pferdemenschen ein bis zwei Stunden täglich mit unserem Pferd zusammen. Aber den Rest der Zeit? Die restlichen 22 bis 23 Stunden sind wir nicht da. Unser Pferd verbringt also den Großteil seiner Lebenszeit ohne uns. Und das ist ja auch gut so. Es verbringt seine Zeit mit Artgenossen, mit seinen Pferdekumpels um Pferdezeug zu machen. Das kann vieles sein... Oder eben auch nicht. Wir versuchen den Pferden ein gutes Leben zu ermöglichen, in dem wir die Herde und die Lebensumgebung so gestalten, dass sich das Pferd viel draußen an der frischen Luft bewegt, gutes und ausgewogenes und bedarfsgerechtes Futter hat und immer den Zugang zu frischem Wasser sowie den Schutz der Herde und der Unterstände, bei Dauerregen oder Hitze, genießt. Wir feilen immer weiter am Konzept und sind bereit Dinge zu verändern, um unseren Pferden ein tolles Leben zu ermöglichen. Und dann ist es auch gar nicht so schlimm, wenn der Menschenfreund mal einen Tag nicht zu Besuch kommt. Oder was sagt ihr?

Folgende Aspekte haben wir uns überlegt, um den Pferden ein gutes Leben zu ermöglichen:


Die passende Herde

Aus unserer Sicht ist es wichtig, dass die einzelnen Pferde harmonieren. Wir haben eine gemischte Herde, also sowohl Wallache als auch Stuten. Es gibt sowohl für geschlechtergetrennte als auch gemischte Herden gute Gründe. Wir haben uns für eine gemischte Herde entschieden. Die Jungs animieren dich Mädels nochmal zusätzlich sich zu bewegen und meist gibt es innige Freundschaften zwischen Wallachen und Stuten. Bei uns funktioniert es prima und ich bin froh, dass wir uns für eine gemischte Herde entschieden haben.


 
Der passende Stall
Es ist immens wichtig, dass die Pferde sich in ihrem Stall wohlfühlen, wettergeschützte Orte haben, aber auch etwas entdecken können und genug Platz haben, um sich aus dem Weg zu gehen. Wir haben verschiedene Unterstände, die Liegehalle und mehrere Raufen. Vor allem während einer Integration ist es wichtig, dass alle Pferde, auch die neuen, in Ruhe fressen und ruhen können. In einem zu kleinen Stall mit zu vielen Pferden, die womöglich noch eine hohe Fluktuation haben, verursacht einen riesen Stress für alle Beteiligten. Unser Stall bietet pro Pferd etwa 300qm Platz. Auch wenn wir mit dem Trail einen Weg angelegt haben, der absichtlich zum Laufen anregen soll, haben wir alle Ecken abgerundet und es können immer auch Pferde stehen bleiben, während andere vorbei laufen.


 
Das passende Management

Nichts desto trotz ist es wichtig, dass wir als die verantwortlichen Menschen ein Auge auf die Pferde haben. Nicht nur bei der Auswahl und Integration sondern auch laufend, versuchen wir auf das große Ganze zu achten. Wir wohnen direkt am Pferdestall und sind mehrmals am Tag bei den Pferden, sodass es sofort auffällt, wenn etwas nicht stimmt. Aber auch wenn es mal doch nicht passen sollte mit einem Pferd in der vorhandenen Herde, sollte man als Stallbesitzerin die notwendige Entscheidung treffen, die für alle Beteiligten (vor allem natürlich die Pferde) am besten ist. Auch beim Thema Fütterung und Laufanreize sind wird laufend dabei, Dinge zu optimieren und den Bedürfnissen der Pferde gerecht zu werden.

Baum, Braumkrone, Blätter, Linde, Frühjahr, Sommer, Wald
von Elisabeth Rutz 25. Juli 2023
Bäume bieten Schutz, geben Struktur, stehen für Lebensraum und sind einfach wunderschön
13. Juli 2023
Beim Anweiden (und übrigens auch beim Abweiden) sollte man auf ein paar Dinge achten, damit die Pferde sich gesund und ohne Probleme auf die Wiesenzeit umstellen können.
von Elisabeth Rutz 7. Juli 2023
Es gibt so viele Sträucher und Büsche, die den Pferden gut tun und ihnen schmecken. Noch dazu sind sehr viele, vor allem der heimischen Pflanzen, nützlich für eine Vielzahl von Lebewesen. Verteilt gepflanzt sind sie Schattenspender, Naschecken und Laufanreize für die Pferde. Ich finde es wundervoll im Frühjahr die ersten Blüten zu bestaunen und die leuchtenden Blätter im Herbst zu begrüßen. Zu weit überstehende Äste und Zweige können im Herbst geschnitten und für den Winter als attraktive Knabbergehölze dienen. Liebt ihr Büsche und Sträucher am Stall auch so sehr? Haben eure Pferde vielleicht sogar einen Lieblingspflanze oder einen Lieblingsplatz? Wir haben bei uns folgende Büsche und Sträucher, die größtenteils ausgezäunt sind: Hasel, Hibiskus, Himbeere, Brombeere, Johannisbeere, Weißdorn, Sanddorn, Holunder (eher als Schattenspender, da die Pferde nicht dran gehen). Außerdem gibt es auch schon größere Bäume wie Eichen, Eschen, Linden, Weiden und Pflaumenbäume in erreichbarer Nähe. Auf unserem angelegten Wiesenwall haben wir noch Hartriegel, Kirsche, Apfel und Hagebutte gepflanzt und eine Hecke aus Hainbuchen (die übrigens zur Birke gehören) gepflanzt. Die dürfen jetzt ein bisschen wachsen und groß werden und dann können die Pferde auch davon naschen. Folgendes werden wir diesen Herbst noch einpflanzen: Felsenbirne, Eberesche, Weide und Esche. Alle Pflanzen sind so gepflanzt, dass die Pferde sie entweder schon jetzt durch den Zaun für die Pferde erreichbar sind oder eben noch komplett ausgezäunt, sodass sie erst wenn sie etwas größer sind von den Pferden angeknabbert werden können. (Zur Wahrheit gehört nämlich auch, dass ein Haselnussbusch (ca 2,50 Meter hoch, 3 Meter breit) sehr intensiv genutzt wurde, um sich zum Beispiel den Bauch zu kratzen. Ende vom Lied: Er hat es leider nicht überlebt. Wir haben dann dafür einen neuen außerhalb des Trails eingepflanzt.) Auf der Weide sind Bäume und Sträucher relativ sicher würde ich sagen und auf dem Trail, würde ich sie schützen, damit der Stamm nicht erreicht wird und die Pferde nur von den Zweigen naschen können. Also wer es noch nicht gemacht hat, zieht euch Ableger und pflanzt ein was euch gefällt und ungiftig für die Pferde ist. Das Wetter ist ja im Moment nicht so warm, sodass das auch gut gelingen kann.
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